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De Wallen (das Rotlichtviertel)

Das Viertel De Wallen ist schon sehr speziell, aber es gehört zu Amsterdam wie die Grachten, der Käse und die vielen Fahrräder. Nicht umsonst gilt Amsterdam als besonders tolerant: So gehört auch das Rotlichtviertel De Wallen einfach dazu. Besonders interessant ist, dass es jeden Tag unzählige Touristen hierher zieht: Sie kommen einfach nur, um mal zu gucken.

In De Wallen an der Gracht

De Wallen liegt in einem der ältesten Teile von Amsterdam. Heute schließt es sich direkt an den Hauptbahnhof an, was vielleicht ein Grund ist, dass es für Touristen so leicht zu finden ist.

In De Wallen geschah einst Historisches: Das Viertel gehörte zu den ersten weltweit, in denen Prostitution erlaubt wurde. Bis heute findet man die Prostituierten in den Schaufenstern der Bordelle sitzen. Für diese Schaufenster wurde Amsterdam bekannt.

Inmitten des Viertels liegt die Oude Kerk, die älteste Kirche der Stadt. Als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Amsterdams und bekannter Veranstaltungsort ist sie dem Viertel erhalten geblieben. Auch die Waag sollte man in De Wallen nicht verpassen. Mit seinen sieben Türmen ist es eines der ältesten Gebäude des Viertels. Einst wurde die Waag als Stadttor genutzt. Heute kann man im dortigen Café gut speisen. Gleich neben der Oude Kerk liegt das alte Bethanienkloster am Nieuwemarkt. Das Kloster wird bis heute von Nonnen bewohnt. Ebenfalls im Viertel De Wallen gelegen findet man eine geheime Kirche auf einem Dachboden. Heute befindet sich dort das Museum Amstelkrieg, welches nach dem Reichsmuseum das zweitälteste von Amsterdam ist. Die Geschichte der Dachbodenkirche beginnt im 17. Jahrhundert, als katholische Gottesdienste im protestantischen Amsterdam verboten waren. Die Anhänger des Katholizismus ließen sich jedoch nicht beirren und hielten ihre Gottesdienste über mehr als 200 Jahre auf dem Dachboden ab. Eine faszinierende Geschichte, welche das Museum nacherzählt.

Die Prostitution wurde den De Wallen in den letzten Jahren übrigens deutlich eingeschränkt. Seit diesen Maßnahmen kann es sich wieder über mehr Besucher freuen! De Wallen konnte dadurch eine Entwicklung zum Szeneviertel erleben. Hier werden einfach alle so akzeptiert, wie sie sind. Man findet entlang der Straßen alle paar Meter Schwulen- und Lesbenkneipen, kann sich aber auch an kleinen Kunstateliers oder kleinen alternativen Restaurants erfreuen. Mal eben schnell eine kostenlose Ausstellung ansehen und einen neuen Künstler ganz nebenbei im Café genauer kennenlernen - wo ist das schon möglich?! Gerade in der Abenddämmerung, wenn die Laternenbeleuchtung angeschaltet wird, verströmt De Wallen einen ganz besonderen Charme.

In De Wallen befindet sich außerdem Amsterdams Chinatown. Die Chinesen kamen in den 1920er Jahren als Seeleute in die Stadt. Heute haben sie Restaurants und Supermärkte eröffnet, in denen man sehr gute, traditionelle chinesische Küche ausprobieren kann. Im Viertel liegt auch der Buddhistische Tempel He Hwa, der für die Einwanderer erbaut wurde.


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